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Im Kino: Landau von seiner Schokoladenseite Zwei Realschüler haben ihre Heimatstadt in einem 30-minütugen Film protätiert- Morgen kostenlose Vorstellung Von Susanne Wax Landau. Morgen um 11.30 Uhr läuft „Landau _ Die Stadt an der Isar“ in den Central-Lichtspielen. Die Macher des Film: Patrick Plischke (16) aus Landau und Benjamin Haarsch (17) aus Reisbach. Die beiden Realschüler arbeiten schon seit zwei Jahren an verschiedenen Projekten, haben sich im Keller ein eigenes Studio gebaut. Etwas Knallrotes schiebt sich vors sanfte Rosa des Himmels. Es ist ein Zug, der donnernd in den Bahnhof einfährt. Kufen quietschen, die Waggons kommen zum Stehen. Es ist Morgen in Landau. Menschen steigen aus, gehen schellen Schrittes über den Bahnsteig in Richtung Arbeit. Der Tag beginnt. Und der Film auch. Die Ankunft eines Zuges am Landauer Bahnhof haben Patrick Plischke und Benjamin Haarsch für die erste Szene ihres Werks ausgesucht. Die erst Szene ihres Werks ausgesucht. Die zu drehen war nicht einfach, wie die beiden Burschen erzählen: Zwei Mal war der Zug schon da, als sie mit Kamera, Stativ und Tonangel bepackt um die Ecke bogen. „Beim dritten Versuch hat´s dann geklappt.“ Einfacher zu drehen waren andere Sequenzen: Die Aufnahmen vom Kirchturm von Maria Himmelfahrt. Die Gruppe beim Eisessen. Oder die Münzen im Archäologiemuseum. „Impressionen einer Stadt“ wollen sie mit ihrem Film zeigen. Landau von seiner Schokoladenseite. „Jemand, der noch nie hier war und den Film sieht, soll sagen: Wow, da muss ich mal hin“, sagt Benjamin. Film über Landau ist nicht ihr erstes Werk Die 30 Minuten über Landau sind nicht das erste Werk der beiden Realschüler. Seit zwei Jahren üben sich die beiden im Filmemachen, haben inzwischen eine richtige Profi-Kamera. Anfänger sind sie schon lange keine mehr: Das Echo auf einen Filmbeitrag für den Religionsunterricht war so gut, dass weitere Aufträge folgten. So drehten Benjamin und Patrick drei Dokumentationen über eine Vilshofener Kochgruppe, porträtierten das Tierheim Kreil und drehen Werbespots für einen Vermögensberater. Echte Filmemacher brauchen ein richtiges Studio. Das haben sich die beiden kreativen Köpfe auf 30 Quadratmeter im Keller von Patricks Eltern eingerichtet: Grüne Stoffbahnen an den Wänden und Decke bilden eine „Greenbox“. Was hier gedreht wird, kann am Computer mit beliebigem Hintergrund hinterlegt werden, jemanden zum Beispiel durch eine Mondlandschaft spazieren lassen. Aus etwas Holz, viel Styropor und Teppich haben sie eine Zelle für Sprachaufnahmen gezimmert. Gleich nebenan stehen zwei Computer, and denen bis zur Endfassung am Film getüftelt wird. Stative, Scheinwerfer und Kabel verschwinden hinter weißen Vorhängen. „Das ist mein Heiligtum“, sagt Benjamin und zeigt auf einen Alu-Koffer: Kopfhörer und Mikrophon sind darin verstaut. „Unser Tonkoffer.“. Der Ton dafür ist“ Haben die Jungs auf – für Spielzeugpistole und Gangster-Sonnenbrille. Ein Behälter mit dickflüssigem, rotem Sirup ist im „Blutkoffer“. Nächstes Jahr wird eine Tragikomödie gedreht Bisher haben der 16-jährige Landauer und der 17-jährige Reisbacher nur Dokumentationen gedreht. Spätestens nächstes Jahr im Sommer aber kommen Blut- und Actionkoffer und Schauspieler zum Einsatz: Dann machen sie einen „richtigen“ Film, eine Geschichte, die sie sich selbst ausgedacht haben. „Eine Tragikomödie soll´s werden“, sagt Patrick. Unterstützung für dieses Projekt hohlen sie sich bei Nachwuchsfilmern aus Landshut. Die haben sie beim „JUFinale“ letzte Woche in Plattling kennengelernt. 25 Filmgruppen aus ganz Niederbayern sind bei diesem Wettbewerb gegeneinander angetreten. Patrick und Benjamin haben mit „Landau – Die Stadt an der Isar“ teilgenommen. Unter die letzten drei kamen sie nicht. Enttäuscht? „Nein“, sagt Benjamin und seine Augen blitzen schelmisch auf: „Da hat mal eine mitgemacht und nichts gewonnen. Fünf Jahre später erhielt sie einen Oscar für den besten Kurzfilm.“ Von einem Oscar träumen die Jungs noch nicht. Von einem Film, der in die Kinos oder ins Fernsehen kommt, schon. „Ich will auf jeden Fall Kameramann werden“, sagt Patrick. Benjamin möchte mal Werbespots drehen. Die Szenen auf dem Landauer Volksfest könnten einer sein. Fröhliche Menschen, die auf Bierbänken tanzen, das Feuerwerk, das den Himmel in ein Farbenmeer verwandelt. Dazu gibt´s Musik, keine Moderation. „Wir wollten die Zuschauer mit den Bildern alleine lassen. Die nötigen Infos haben wir vorher eingebaut“, erklärt Patrick fachmännisch. Während des Abspanns läuft die letzte Szene von „Landau – Die Stadt an der Isar“. Wieder sieht einen Zug zu sehen. Er fährt schleppend an, beschleunigt. Seine Umrisse verschwimmen, je näher er dem Horizont kommt, der in tiefes Rot getaucht ist. Menschen mit Aktenkoffern und Rucksäcken sind ausgestiegen. Sie gehen nach Hause. Es ist Abend in Landau. Bei der morgigen Kinovorstellung ist bereits um 10.30 Uhr Einlass. Es gibt Musik, Glühwein und Kuchen. Der Eintritt ist frei. |